Fehlender Sinn verhindert das Behalten von neuen Informationen...

Viele Menschen fragen sich, warum es eigentlich oft so schwierig ist, sich wichtige Informationen einzuprägen.
Für Schüler ist das eine Alltagserfahrung, aber auch im Berufsleben fällt vielen das Lernen ausgesprochen schwer. Und auch wenn man es im Büro nicht mehr so nennt – wir müssen uns ständig Informationen aus Emails, Reports, Fachzeitschriften, Memos und zig anderen Informationsquellen merken und vieles will einfach nicht im Kopf bleiben.

Warum ist das so?

Ein ganz wichtiger Grund dafür ist, dass die meisten Menschen nicht das Gefühl haben, diese Informationen haben irgendetwas mit Ihnen selbst zu tun – Sie sind vielleicht theoretisch wichtig oder für den Chef, aber nicht für mich.

Ein einfaches, klassisches Beispiel - merken Sie sich mal schnell folgende Zahlenreihe:

2,3,1,4,2,1,2,3,4

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Ihnen das schwerfällt und die Erklärung dafür ist einfach: Die Aneinanderreihung von Zahlen ergibt keinen Sinn, sondern ist für das Gehirn völlig bedeutungslos und langweilig. Oder anders ausgedrückt – unbewusst ist Ihnen klar, dass Sie nichts davon haben, wenn Sie sich eine Zahlenreihe merken.

Jetzt versuchen Sie sich folgende Geschichte zu merken –

Ein Mann sitzt auf einem Barhocker und isst ein Hähnchenschenkel. Kommt ein Hund vorbei und klaut dem Mann das Hähnchenbein. Darauf wird der Mann böse, nimmt den Hocker und haut den Hund.

Das hat wahrscheinlich auch nicht viel mit Ihren Zielen zu tun, aber es knüpft an allgemeine Lebenserfahrungen an und die Geschichte macht SINN. Und wenn Sie sich jetzt die Zahlenreihe nochmal anschauen, dann merken Sie, dass sich hinter diesen Zahlen diese Geschichte verbirgt – nur war das auf den ersten Blick natürlich nicht erkennbar.

Neurowissenschaftler wissen es schon lange...

Die Suche nach Sinn ist dem Menschen angeboren...

Anders ausgedrückt – wenn Ihr Gehirn neue Informationen angeboten bekommt, dann versucht es automatisch und praktisch immer, diese mit bisherigen Erfahrungen oder besser noch mit den eigenen Zielen in Verbindung zu bringen. Wir wollen das Neue mit Vertrautem verknüpfen und unser Gehirn möchte herausfinden, ob das neue Wissen uns in irgendeiner Form das Überleben sichert. In unserer heutigen Lebenswirklichkeit heißt das natürlich eher, wie diese Informationen unser Leben verbessern könnten.

Diese Vorgänge laufen unbewusst ab und wir haben darüber keine wirkliche Kontrolle. Aber sie entscheiden stark darüber, ob unser Gehirn bereit ist diese neuen Informationen abzuspeichern oder nicht. Anders ausgedrückt: Wenn unser Unbewusstes entscheidet, diese Information bringt uns nichts, dann vergessen wir sie sofort wieder – und das ist eben oft nicht gewollt und bringt uns in Schwierigkeiten.

Im Grunde ist es ganz einfach – wenn es Ihnen nicht gelingt, in dem Gelesenen irgendeinen Sinn zu erkennen, dann spielt Ihr Gedächtnis nicht mit.

So nutzen Sie diese Erkenntnis in der Praxis:

Je mehr es Ihnen gelingt, das was Sie lernen wollen, mit persönlichen, sinnvollen Erfahrungen zu verknüpfen, desto mehr ist Ihr Gehirn beteiligt und desto besser speichern Sie das neue Wissen ab.

Und der beste Weg dahin sind folgende Fragen:

Warum lese ich das hier?

Was kann ich mit dem Gelesenen anfangen?

Wie kann ich das neue Wissen so benutzen, dass es mich meinen Zielen näherbringt?

Wie könnte ich es praktisch anwenden?

Lesen Sie ab heute keinen Text, keine Email, keinen Artikel mehr, ohne sich diese Fragen zu stellen. Sie werden merken – jeder Text, bei dem Sie eine sinnvolle Antwort auf wenigstens eine dieser Fragen finden, wird sich um Klassen besser abspeichern lassen, weil Sie MIT Ihrem Gehirn arbeiten und nicht GEGEN die natürlichen Funktionsweisen Ihres Gehirns.

Im Centered Learning Lernsystem verwenden wir einen noch sehr viel wirkungsvolleren Prozess, den wir Centering nennen. Vor allem bei längeren Texten ist er extrem effektiv, weil er Sie in wenigen Minuten 1. an den optimalen Einstiegspunkt im Material führt und Sie 2. in den optimalen „Lernzustand“ bringt. Ihr Gehirn kommt dadurch in einen Zustand der erwartungsvollen Wachheit und Neugierde – anders ausgedrückt, Sie sind plötzlich intrinsisch motiviert und lesen nicht mehr widerwillig und gelangweilt.

Fühlt sich nicht nur besser an, sondern funktioniert auch viel besser ;-)

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Kommentare (3)

  • marina hellmuth

    das liest sich einfach erinnern ist mit gefühlen verbunden…es sind sicher einfache tricks die helfen das eingeprägte abzurufen.. manchmal passiert mir folgendes das ich im stress eine zahl sehe die so gar nicht da ist.. und dann haue ich fehler rein..oder ich hab es gesehn das es z.bsp. 1 teil nehm ich aus dem fach und 1 teil bleibt übrig was macht mein kopf rechnet zusammen 2 ist so richtig aber richtig wäre nur die 1 teil bleibt im fach .. ja meine frage was ist hier passiert ist verstehe ich im nachhinein warum hab ich es in dem moment nicht erkannt? lg marina

    • Ulrike

      Hallo Marina,
      wenn wir unter Stress sind, macht unser Gehirn manchmal tatsächlich seltsame Dinge, die wir im Nachhinein nicht vernünftig erklären können. So gibt es den berühmten Blackout in Prüfungssituationen, obwohl Sie eigentlich genau wissen, dass Sie die Antwort auf eine Prüfungsfrage gelernt haben. Trotzdem sind Sie so blockiert, dass Sie die Frage nicht beantworten können. Ihre Synapsen im Gehirn sind dann nicht mit der eigentlich erforderlichen Information ausgerüstet, und es gibt derartige Aussetzer.
      Sie haben ja selbst geschrieben, dass Ihnen das unter Stress passiert ist. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir uns regelmäßig entspannen, damit unsere Gehirnzellen wieder so arbeiten, wie wir es eigentlich erwarten. Im SpeedReadingTrainer und im Premium Video Training gibt es speziell dazu eine ausführliche Anleitung und die Beschreibung.
      Versuchen Sie doch bei der nächsten Stress-Situation sich einen Moment bewusst zu entspannen, und erst danach die Antwort zu finden.
      Viele Grüße
      Ulrike aus dem Centered Learning Team

  • Elvira

    Lieber Tom,

    bis jetzt fand ich Deine Erläuterungen prima. Aber mit der Geschichte und dem Barhocker?? Wo ist die drei, wo die vier?? 231 421 geht ja noch aber dann? Habe ich nicht verstanden…?

    Aber ich Danke Dir von Herzen, Du hast es versucht.
    Alles Liebe Dir und deinen Lieben.

    Herzlichst Elvira

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