Warum reden so wichtig ist, um Ihr Gedächtnis zu verbessern...

warum reden so wichtig istKennen Sie den einfachsten Trick Ihr Gedächtnis zu verbessern? Reden sie drüber! Nein nicht über Ihr Gedächtnis, sondern über das was Sie gelesen haben. Wenn Sie Ihre Stimme einsetzen, verbessert sich Ihr Erinnerungsvermögen…
Ich selbst habe es ausprobiert, Tausende meiner Studenten haben es getestet – es funktioniert. Sie müssen nur wissen wie genau…

Der Grund warum neues Wissen in Ihrem Kopf bleibt oder eben nicht, hat mit der „Energie“ der Information zu tun, wenn sie Ihrem Gehirn präsentiert wird.

Nehmen wir ein Beispiel: Sie erleben ein wundervolles Dinner mit Ihrer Liebsten in einem Restaurant direkt am Strand in Italien und beobachten dabei den Sonnenuntergang. Das würde einen ziemlichen Eindruck in Ihrem Gedächtnis hinterlassen, oder? Höchstwahrscheinlich erinnern Sie sich an diese Nacht noch SEHR lange …

Warum?
Weil Ihre Gefühle beteiligt waren. Sie haben Ihre hübsche Frau gesehen, erholt und braungebrannt. Sie haben Sie witzige Dinge sagen hören, Sie haben gutes Essen geschmeckt, den salzigen Geruch des Mittelmeeres wahrgenommen und Sie waren emotional engagiert. In anderen Worten – Ihr Gehirn hat enorm viele Gehirnzellen gebraucht, um all die vielen unterschiedlichen sensorischen Eindrücke zu verarbeiten.

Und jetzt haben Sie ein gigantisches Netzwerk von Gehirnzellen zu diesem Abend im Kopf. Alle untereinander verbunden und sich gegenseitig stimulierend, wenn Sie versuchen sich an die Nacht zu erinnern.

Mit diesen Assoziationen versorgt Ihr Sie Gehirn jeden Tag. Sie riechen etwas und plötzlich hören Sie innerlich ein Geräusch. Oder Sie hören ein bestimmtes Musikstück und das triggert andere Erinnerungen aus der Kindheit. Schon mal erlebt?

Jetzt haben Sie also praktisch unendlich viele „Bereiche“ in Ihrem Gehirn, die Sie als Einstiegspunkt benutzen können, wenn Sie sich an diese Nacht erinnern wollen. Und die sind alle mit allen anderen verbunden und können so die gesamte Erinnerung stimulieren. Weil Sie den Gesamteindruck des Erlebnisses aus so vielen Richtungen ansteuern können, werden Sie sich noch in 20 Jahren an diese Nacht erinnern.

Jetzt lassen Sie uns das andere Ende des Spektrums anschauen.
Nehmen wir an, Sie müssen einen trocken, uninteressanten Artikel im Büro lesen. Das stimuliert vielleicht 5% Ihrer Gehirnzellen. Keine Bilder, keine Geräusche, keine Gefühle, nichts. Nur langweilige Worte (das ist zumindest was Ihr Gehirn denkt!). Wenig „Energie“. Ihr Gehirn wird dem Ganzen aufgrund der geringen „Energie“ wenig Wert beimessen und Sie werden Schwierigkeiten haben, sich zu erinnern, was Sie da eigentlich gestern gelesen haben.

Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?

Was also ist zu tun?
Sie müssen so viele Gehirnzellen wie möglich einbeziehen, wenn Sie neue Informationen aufnehmen.

Und ein sehr einfacher Weg, die Anzahl der involvierten Gehirnzellverbände zu erhöhen, ist darüber zu sprechen, was Sie gelesen haben und an was Sie sich erinnern wollen. Das funktioniert aus vielen Gründen – hier die drei wichtigsten:

  1. Sie werden sich selbst reden hören und das aktiviert einen neuen Sinneskanal, der vorher nicht beteiligt war. Und damit mehr Gehirnzellen, die mit dem Stoff verbunden werden.
  2. Sie werden sehr schnell erkennen, ob Sie das Ganze wirklich voll verstanden haben. Verständnis ist ein extrem wichtiger Schlüssel zum guten Erinnerungsvermögen.
  3. Ihr Gehirn wird die Inhalte neu ordnen und strukturieren. Einerseits wissen wir, dass das Gehirn stark mit Assoziationen arbeitet, aber eben auch mit Strukturen, wenn neue Informationen abgespeichert werden. Durch das Sprechen bauen Sie neue oder stärkere neurologische Zellverbände auf.

Also – das nächste Mal wenn Sie sich Lesestoff merken wollen, finden Sie jemanden, der bereit ist Ihnen zuzuhören. Erzählen Sie ihr oder ihm alles, an das Sie sich erinnern und achten Sie darauf, was Ihnen nicht mehr einfällt oder wo Sie ins Schwimmen geraten. Das schauen Sie nochmal nach. Das schließt die Lücken in Ihrem Kopf.

Und wenn Ihr Partner keine Lust mehr hat, erzählen Sie’s Ihren Freunden. Oder Ihren Arbeitskollegen. Und wenn die alle nicht mehr wollen, dann Ihrem Hund. Oder sich selbst. Aber reden Sie drüber!

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Kommentare (10)

  • Rico Schmid

    Hallo Tom,
    das klingt für mich sehr plausibel und ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass es stimmt. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass die Schüler früher in der Schule, die sich viel mündlich beteiligt haben am Unterricht bessere Klausuren geschrieben haben, als die stillen Schüler.

    Eine Frage zu dem Text oben: Das bessere behalten des Gelernten oder Gelesenen müsste dann ja auch funktioniern, indem man die wichtigsten Passagen eines Buches, die man angestichen hat, sich immer mal wieder laut vorlist, oder?

    Viele Grüße,
    Rico Schmid

    • Ulrike

      Hallo Rico,
      am besten klappt die Verarbeitung, wenn man das Gelesene in eigene Worte und eine eigene Struktur fasst. Das ist fast immer deutlich effektiver als angestrichene Stellen mehrfach zu lesen. Das dauert am Anfang zwar etwas länger, aber der Behaltenseffekt ist wesentlich höher. Man braucht weniger Wiederholungen und spart am Ende mehr Zeit.
      Versuche es doch einfach einmal.
      Viele Grüße
      Ulrike

  • Dorota Radziejewski

    Vielen Dank für Ihre hilfsreichen Tipps. Die werde ich auch meinen Schülern im Deutschunterricht präsentieren. Herzlicher Gruss aus Polen

    • Ulrike

      Danke zurück und viel Erfolg, auch in polnischen Schulen!

  • Günther Heidel

    Diese Idee kann ich gut nachvollziehen.
    Habe ich selbst auch schon so gemacht, ohne das Hintergrundwissen hierzu zu haben.

    Auch im Park mit Lernkarten.
    (Als ich zur Technikerschule ging)

    Liebe Grüße,
    Ihr Günther

    • Ulrike

      Hallo Günther,
      danke für das Beispiel ;-).
      Viele Grüße
      Ulriek

  • Eberhard Arnold

    …vielen dank für den tip..ich werde es ausprobieren..es liest sich einleuchtend…

  • Alexander Schott

    Schöner Artikel und absolut richtig!
    Ich selbst wende es auch jedes mal an. Einmal als Kontrolle ob ich den Stoff wirklich verstanden habe und ob ich ihn auch gut rüber bringe. Natürlich ist letzteres subjektiv, da ich meistens vor mir selbst spreche, da meine Eltern, enge Freunde nicht so viel mit Elektrotechnik anfangen können ;). Besser ist es natürlich vor anderen zu sprechen, die sich in dem Gebiet gut auskennen.

    Arbeite auch gerne am Whiteboard. Stelle mir dann vor ich hätte ein überschaubares Publikum vor mir und fang an über ein bestimmtes Thema zu reden. Sobald ich in Erklärungsnöte komme oder einfach selbst merke das ich gewissene Dinge nicht verstanden habe unterbreche ich und arbeite gezielt an diesen Bereichen. Funktioniert wunderbar und macht echt spaß! Kann es jedem nur empfehlen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Alexander

  • grace

    stimmt wiederholen ist gut, noch besser ist laut über das Gelesene zu sprechen aber das ist nicht alles .Es gibt noch einen Trick, der ich persönlich noch besser finde .
    Trotzdem es ist jede Rat gut und von großer Bedeutung, damit unsere Gedächtnis auf Trab
    bleib . Vielen Dank für viele gute Vorschläge .

  • saupe

    FREUE MICH AUF DIE cd!

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